
Wenn im Herbst die Blätter fallen, beginnt in Deutschland eine Erntezeit, die viele Menschen kaum noch bewusst wahrnehmen. Unter alten Walnussbäumen liegen die ersten reifen Früchte, an Haselsträuchern hängen braune Nüsse und in manchen Regionen öffnen sich die stacheligen Fruchthüllen der Esskastanien. Was früher ganz selbstverständlich gesammelt und für den Winter eingelagert wurde, ist heute vielerorts in Vergessenheit geraten.
Dabei gehören Walnüsse, Haselnüsse und Esskastanien zu den interessantesten heimischen Herbstprodukten überhaupt. Sie sind vielseitig verwendbar, bei richtiger Behandlung gut lagerfähig und können eine wertvolle Ergänzung unserer Ernährung sein.
Aus Walnüssen entstehen Kuchen, Brot, Pesto, Salate und herzhafte Gerichte. Haselnüsse verfeinern Gebäck, Schokolade und Brotaufstriche. Esskastanien lassen sich rösten, kochen, pürieren oder zu Mehl verarbeiten. Und selbst die Schalen und Hüllen können teilweise noch sinnvoll genutzt werden.
Doch wann sind heimische Nüsse eigentlich reif? Darf man sie einfach aufsammeln? Wie erkennt man schlechte Nüsse? Warum müssen Walnüsse nach der Ernte trocknen? Und was unterscheidet eine essbare Marone von einer giftigen Rosskastanie?
In unserem großen Herbst-Ratgeber erfahren Sie alles über das Sammeln, Trocknen, Lagern und Verwerten heimischer Nüsse – mit zahlreichen praktischen Ideen für Küche, Vorratshaltung und Garten.
1. Welche Nüsse wachsen überhaupt in Deutschland?
Wer an Nüsse denkt, hat häufig Mandeln, Cashewkerne, Pistazien oder Erdnüsse vor Augen. Viele dieser Produkte stammen aus weit entfernten Anbaugebieten. Dabei gibt es auch in Deutschland interessante Nussarten und nussähnliche Früchte.
Die drei bekanntesten heimischen Vertreter sind:
- Walnüsse: Sie wachsen an großen Walnussbäumen und werden überwiegend im September und Oktober reif.
- Haselnüsse: Sie stammen von Haselsträuchern oder Baumhaseln und reifen je nach Sorte und Witterung meist zwischen August und Oktober.
- Esskastanien: Die Früchte der Edelkastanie werden vor allem im Oktober geerntet und sind auch als Maronen bekannt.
Darüber hinaus gibt es regional weitere interessante Arten. Dazu gehören beispielsweise die Schwarznuss und die selten angebaute Herz- oder Japanische Walnuss.
Botanisch betrachtet gehören nicht alle umgangssprachlich als Nüsse bezeichneten Lebensmittel zur gleichen Fruchtgruppe. Für die Verwendung in der Küche ist jedoch vor allem entscheidend, ob die jeweilige Art eindeutig bestimmt und zum Verzehr geeignet ist.
2. Walnüsse: Der Klassiker unter den heimischen Nüssen
Der Walnussbaum gehört zu den eindrucksvollsten Obst- und Nussgehölzen unserer Kulturlandschaft. Alte Exemplare können große Kronen entwickeln und über viele Jahrzehnte Früchte tragen.
Die Echte Walnuss trägt den botanischen Namen Juglans regia. Ursprünglich stammt sie aus einem größeren Gebiet zwischen Südosteuropa und Asien, wird aber bereits seit langer Zeit auch in Mitteleuropa kultiviert.
Walnüsse enthalten vergleichsweise viel Fett, darunter einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren. Besonders interessant ist ihr Gehalt an Alpha-Linolensäure, einer pflanzlichen Omega-3-Fettsäure.
Hinzu kommen unter anderem Eiweiß, Ballaststoffe, Magnesium und weitere Mineralstoffe.
Das macht Walnüsse zu einem nährstoffreichen Lebensmittel. Allerdings sind sie durch ihren hohen Fettgehalt auch energiereich.
Wann sind Walnüsse reif?
Die Walnussernte beginnt in Deutschland je nach Standort, Sorte und Witterung häufig im September und reicht bis in den Oktober.
Ein gutes Reifezeichen ist die äußere grüne Fruchthülle. Sie beginnt sich zu öffnen, sodass die eigentliche Walnuss herausfallen kann.
Vollständig ausgereifte Walnüsse fallen häufig von selbst zu Boden.
Unser Tipp: Sammeln Sie reife Walnüsse möglichst regelmäßig auf. Je länger sie auf feuchtem Boden liegen, desto größer ist das Risiko für Schimmel und Verderb.
Warum werden Walnussschalen manchmal schwarz?
Schwarze Verfärbungen können verschiedene Ursachen haben. Häufig handelt es sich um Veränderungen der äußeren grünen Fruchthülle. Auch Krankheiten und Schädlingsbefall, beispielsweise durch die Walnussfruchtfliege, können eine Rolle spielen.
Eine schwarze äußere Fruchthülle bedeutet nicht automatisch, dass der Nusskern verdorben ist.
Anders sieht es bei sichtbarem Schimmel, muffigem Geruch oder auffälligen Veränderungen des Kerns aus. Solche Nüsse sollten entsorgt werden.
3. Haselnüsse: Kleine Kraftpakete aus Hecken und Gärten
Die Gemeine Hasel (Corylus avellana) wächst in Deutschland an Waldrändern, in Hecken, Gärten und auf geeigneten Freiflächen.
Schon lange bevor Haselnüsse in Schokolade, Nougat oder Nusscremes landeten, waren sie ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Ernährung.
Haselnüsse enthalten viel Fett, vor allem einfach ungesättigte Fettsäuren. Außerdem liefern sie unter anderem Vitamin E, Magnesium, Ballaststoffe und Eiweiß.
Wann sind Haselnüsse reif?
Je nach Sorte und Witterung beginnt die Ernte häufig im Spätsommer. Viele Haselnüsse reifen im September, manche auch erst im Oktober.
Reife Haselnüsse lösen sich zunehmend aus ihrer grünen Hülle oder fallen zu Boden.
Unreife Nüsse sitzen dagegen häufig noch fest in der Fruchthülle.
Warum sind manche Haselnüsse leer?
Wer selbst Haselnüsse sammelt, kennt das Problem: Von außen sieht die Nuss vollkommen normal aus, beim Knacken findet sich jedoch kaum ein Kern.
Dafür gibt es verschiedene mögliche Ursachen:
- Unvollständige Befruchtung
- Ungünstige Witterung während der Fruchtentwicklung
- Trockenstress
- Schädlingsbefall
- Unvollständige Entwicklung des Nusskerns
Auch kleine Löcher in der Schale können auf Insektenbefall hindeuten. Besonders bekannt ist der Haselnussbohrer, dessen Larven sich im Inneren der Nuss entwickeln.
Nüsse mit Fraßspuren, auffälligem Geruch oder beschädigten Kernen sollten aussortiert werden.
4. Esskastanien und Maronen: Die besondere Herbstspezialität
Esskastanien unterscheiden sich deutlich von Walnüssen und Haselnüssen.
Während Walnüsse und Haselnüsse viel Fett enthalten, bestehen Esskastanien zu einem wesentlich größeren Teil aus Kohlenhydraten, insbesondere Stärke.
Dadurch erinnern sie in ihrer Verwendung teilweise eher an Kartoffeln als an klassische Nüsse.
Esskastanien stammen von der Edelkastanie (Castanea sativa), einem Baum, der besonders in wärmeren Regionen Europas verbreitet ist.
Auch in Deutschland wachsen Edelkastanien. Größere traditionelle Bestände finden sich beispielsweise in der Pfalz und in anderen klimatisch begünstigten Regionen.
Was ist der Unterschied zwischen Esskastanien und Maronen?
Im Alltag werden die Begriffe häufig gleichgesetzt.
Streng genommen bezeichnet „Marone“ beziehungsweise „Maron“ häufig bestimmte hochwertige, großfrüchtige Esskastanientypen. Die genaue Verwendung des Begriffs ist regional und im Handel jedoch nicht immer einheitlich.
Beide stammen von der essbaren Edelkastanie.

Wann sind Esskastanien reif?
In Deutschland liegt die Hauptreifezeit meist im Oktober. Je nach Region und Witterung kann sie früher beginnen oder bis in den November reichen.
Die Früchte sitzen in einer auffallend stacheligen Hülle. Zur Reife öffnet sich diese, und die Kastanien fallen heraus.
5. Achtung: Esskastanien nicht mit Rosskastanien verwechseln!
Diese Unterscheidung ist besonders wichtig.
Die Früchte der gewöhnlichen Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) sind für Menschen nicht zum Verzehr geeignet. Sie enthalten unter anderem Saponine und können Vergiftungserscheinungen verursachen.
Die essbare Edelkastanie und die Rosskastanie gehören zudem zu unterschiedlichen Pflanzenfamilien.
So unterscheiden Sie beide Arten
- Edelkastanie: Die Fruchthülle ist dicht mit zahlreichen langen, dünnen Stacheln besetzt.
- Rosskastanie: Die Fruchthülle besitzt meist deutlich weniger, kürzere und kräftigere Stacheln.
- Edelkastanie: In einer Hülle befinden sich häufig mehrere Früchte.
- Rosskastanie: Häufig befinden sich ein oder wenige große Samen in der Hülle.
- Edelkastanie: Die Blätter sind einzeln, länglich und deutlich gesägt.
- Rosskastanie: Die Blätter sind typischerweise handförmig zusammengesetzt.
Wichtig: Verlassen Sie sich beim Sammeln nicht allein auf die Form einzelner Früchte. Bestimmen Sie immer die gesamte Pflanze einschließlich Blättern und Fruchthülle. Bei Unsicherheit sollten die gesammelten Früchte nicht gegessen werden.
6. Darf man Walnüsse, Haselnüsse und Esskastanien einfach sammeln?
Wer im Herbst unter einem Walnussbaum oder einer Haselhecke reife Früchte entdeckt, stellt sich häufig die Frage: Darf ich die eigentlich mitnehmen?
Die Antwort hängt vor allem davon ab, wo die Früchte wachsen.
Auf privaten Grundstücken gehören die Früchte grundsätzlich dem jeweiligen Eigentümer beziehungsweise dem dazu Berechtigten. Das gilt auch dann, wenn sie bereits auf dem Boden liegen.
Auch Früchte, die von einem Baum auf ein Nachbargrundstück fallen, unterliegen besonderen gesetzlichen Regelungen. Nach § 911 BGB gelten hinübergefallene Früchte grundsätzlich als Früchte des Grundstücks, auf das sie fallen, sofern nicht eine der gesetzlichen Ausnahmen greift.
Für wild wachsende Pflanzen in der freien Natur kann unter bestimmten Voraussetzungen die sogenannte Handstraußregel des Bundesnaturschutzgesetzes gelten. § 39 Absatz 3 BNatSchG erlaubt die schonende Entnahme kleiner Mengen für den persönlichen Bedarf an Stellen, die keinem Betretungsverbot unterliegen, soweit keine anderen Vorschriften entgegenstehen.
Das ist jedoch keine allgemeine Erlaubnis, Nüsse aus Obstplantagen, bewirtschafteten Beständen oder fremden Gärten zu sammeln.
In Naturschutzgebieten und anderen geschützten Bereichen können zusätzliche Verbote gelten.
Unser Rat: Fragen Sie im Zweifel den Grundstückseigentümer oder kaufen Sie die Nüsse direkt bei einem regionalen Erzeuger.
7. Heimische Nüsse direkt vom Erzeuger kaufen
Walnüsse und Haselnüsse aus regionalem Anbau haben einen besonderen Reiz. Statt anonymer Importware erhalten Verbraucher ein Produkt, dessen Herkunft häufig unmittelbar nachvollziehbar ist.
Gerade bei Walnüssen lohnt sich die Nachfrage bei Hofläden, Obstbaubetrieben und kleineren landwirtschaftlichen Direktvermarktern.
Viele Betriebe besitzen einzelne ältere Walnussbäume oder bewirtschaften kleinere Nussbestände.
Allerdings ist das regionale Angebot von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Frost während der Blüte, Trockenheit, Krankheiten und Schädlinge können die Erntemenge beeinflussen.
Auch Esskastanien sind nicht überall in Deutschland regional erhältlich. Hier spielen die klimatischen Bedingungen eine wichtige Rolle.
Wer Hofläden und regionale Erzeuger entdecken möchte, findet auf DirektvomHof.com zahlreiche Möglichkeiten, direkt beim landwirtschaftlichen Betrieb einzukaufen.
8. Walnüsse nach der Ernte richtig trocknen
Frisch gesammelte Walnüsse enthalten noch relativ viel Feuchtigkeit. Werden sie unmittelbar nach der Ernte in geschlossene Behälter gefüllt, kann sich schnell Schimmel entwickeln.
Deshalb gehört das Trocknen zu den wichtigsten Schritten der Vorratshaltung.
Schritt 1: Walnüsse aussortieren
Entfernen Sie beschädigte, stark verschmutzte, schimmelige und auffällig riechende Nüsse.
Reste der grünen Fruchthülle können vorsichtig entfernt werden. Dabei empfiehlt es sich, Handschuhe zu tragen, da die Hüllen stark färben können.
Schritt 2: Möglichst trocken reinigen
Lose Verschmutzungen lassen sich mit einer Bürste oder einem Tuch entfernen.
Ein längeres Wasserbad ist nicht empfehlenswert, da zusätzliche Feuchtigkeit die Trocknung erschwert. Falls ein kurzes Abspülen erforderlich ist, müssen die Nüsse anschließend besonders sorgfältig getrocknet werden.
Schritt 3: Luftig ausbreiten
Verteilen Sie die Walnüsse möglichst einlagig auf einem luftdurchlässigen Untergrund.
Geeignet sind beispielsweise:
- Holzrahmen mit Gitterboden
- Flache Siebe
- Luftdurchlässige Kisten
- Geeignete Trockenroste
Die Nüsse sollten nicht dicht übereinanderliegen.
Schritt 4: Mehrere Wochen trocknen lassen
Ideal ist ein trockener, gut belüfteter Raum mit moderaten Temperaturen. Direkte starke Hitze sollte vermieden werden.
Je nach Ausgangsfeuchtigkeit, Raumklima und Luftbewegung kann die Trocknung mehrere Wochen dauern.
Wenden und kontrollieren Sie die Nüsse regelmäßig.
Wichtig: Die bloße Trocknungsdauer garantiert noch keine sichere Lagerfähigkeit. Für größere Mengen oder die gewerbliche Vermarktung sind geeignete Verfahren zur Feuchtekontrolle sinnvoll.
9. Haselnüsse richtig trocknen
Auch Haselnüsse müssen vor längerer Lagerung ausreichend trocken sein.
Entfernen Sie zunächst verbliebene Blatthüllen und sortieren Sie beschädigte oder verdächtige Früchte aus.
Anschließend werden die Haselnüsse dünn ausgebreitet und an einem trockenen, luftigen Ort getrocknet.
Wichtig ist, dass keine feuchten Nüsse in luftdicht verschlossene Vorratsgefäße gelangen.
Nach dem Trocknen sollten die Nüsse kühl, trocken und vor Schädlingen geschützt gelagert werden.
10. Esskastanien richtig lagern
Esskastanien unterscheiden sich bei der Lagerung deutlich von Walnüssen und Haselnüssen.
Sie besitzen einen vergleichsweise hohen Wassergehalt und sind wesentlich leichter verderblich.
Frische Esskastanien sollten deshalb möglichst bald verarbeitet werden.
Für eine kurze Aufbewahrung eignet sich der Kühlschrank, beispielsweise in einer geeigneten luftdurchlässigen Verpackung.
Für längere Vorratshaltung können Esskastanien gegart, geschält und eingefroren werden.
Auch fachgerecht getrocknete Esskastanien sind lagerfähig. Dafür müssen sie jedoch ausreichend und gleichmäßig entwässert werden.
11. Wie lange sind Nüsse haltbar?
Die Haltbarkeit hängt stark von der Nussart, dem Feuchtigkeitsgehalt, der Verarbeitung und den Lagerbedingungen ab.
Gut getrocknete Walnüsse und Haselnüsse in intakter Schale können bei geeigneter Lagerung über mehrere Monate haltbar bleiben.
Geschälte Nusskerne sind empfindlicher. Durch den Kontakt mit Sauerstoff können ihre Fette schneller oxidieren und ranzig werden.
Für geschälte Nüsse empfiehlt sich daher eine kühle, dunkle und gut verschlossene Lagerung. Bei längerer Aufbewahrung kann auch das Einfrieren sinnvoll sein.
Esskastanien sollten frisch dagegen wesentlich schneller verbraucht werden.
12. Woran erkennt man verdorbene Nüsse?
Eine beschädigte Schale bedeutet nicht automatisch, dass der Kern verdorben ist. Trotzdem sollten Nüsse vor dem Verzehr sorgfältig kontrolliert werden.
Warnzeichen sind:
- Sichtbarer Schimmel
- Muffiger oder ungewöhnlicher Geruch
- Ranziger Geruch oder Geschmack
- Feuchte, ungewöhnlich weiche oder verfärbte Kerne
- Fraßspuren und Schädlingsbefall
- Auffällige Veränderungen im Inneren der Nuss
Schimmelige Nüsse dürfen nicht einfach abgewaschen oder durch Erhitzen wieder genießbar gemacht werden.
Bestimmte Schimmelpilze können Mykotoxine bilden, darunter Aflatoxine. Diese Stoffe können gesundheitsschädlich sein und werden durch normales Kochen oder Rösten nicht zuverlässig zerstört.
Deshalb gilt: Bei Schimmel oder deutlichen Verderbsanzeichen die betroffenen Nüsse entsorgen. Verdächtige Nüsse nicht probieren, um ihre Genießbarkeit zu testen.
13. Nüsse rösten: So entwickelt sich ihr Aroma
Eine der einfachsten Möglichkeiten, Nüsse geschmacklich aufzuwerten, ist das Rösten.
Durch die Wärme entstehen neue Aromastoffe. Besonders Haselnüsse entwickeln beim Rösten einen intensiven, charakteristischen Geschmack.
Nüsse in der Pfanne rösten
Geben Sie die geschälten Nüsse ohne zusätzliches Fett in eine Pfanne und erhitzen Sie sie bei mittlerer Temperatur.
Rühren oder schwenken Sie regelmäßig, damit die Nüsse gleichmäßig bräunen und nicht verbrennen.
Die genaue Dauer hängt von Größe, Nussart und Hitze ab. Sobald die Nüsse angenehm duften und leicht gebräunt sind, sollten sie aus der Pfanne genommen werden.
Nüsse im Backofen rösten
Verteilen Sie die Nüsse einlagig auf einem Backblech.
Bei ungefähr 150 bis 170 Grad lassen sich viele Nussarten schonend rösten. Kontrollieren Sie die Bräunung regelmäßig, da kleine Nüsse oder Nussstücke schneller dunkel werden.
Stark verbrannte Nüsse sollten nicht verwendet werden.
14. Geröstete Esskastanien selber machen
Heiße Maronen gehören für viele Menschen zu Weihnachtsmärkten und Herbstfesten.
Sie lassen sich aber auch zu Hause zubereiten.
Zutaten
- 500 g frische Esskastanien
- Etwas Wasser nach Bedarf
Zubereitung
Kontrollieren Sie die Esskastanien sorgfältig und sortieren Sie verdorbene Früchte aus.
Schneiden Sie die Schale jeder Kastanie auf der gewölbten Seite kreuzweise ein. Dadurch kann beim Erhitzen Dampf entweichen.
Verteilen Sie die Kastanien auf einem Backblech und rösten Sie sie bei etwa 200 Grad für ungefähr 20 bis 30 Minuten, abhängig von Größe und Backofen.
Wenn sich die Schalen öffnen und das Innere weich ist, sind die Kastanien fertig.
Am besten lassen sie sich noch warm schälen. Entfernen Sie dabei auch die dünne braune Innenhaut.
15. Walnüsse karamellisieren
Karamellisierte Walnüsse sind eine hervorragende Ergänzung zu Desserts, Salaten und Käseplatten.
Zutaten
- 150 g Walnusskerne
- 75 g Zucker
- 2 bis 3 EL Wasser
- Eine kleine Prise Salz
Zubereitung
Geben Sie Zucker und Wasser in eine Pfanne und erhitzen Sie beides, bis sich der Zucker gelöst hat.
Fügen Sie die Walnüsse hinzu und rühren Sie vorsichtig weiter, bis der Zucker karamellisiert und die Kerne gleichmäßig überzieht.
Verteilen Sie die Nüsse auf Backpapier und lassen Sie sie vollständig abkühlen.
Vorsicht: Flüssiger Karamell ist sehr heiß und kann schwere Verbrennungen verursachen.
16. Haselnussmus selber herstellen
Haselnussmus benötigt im einfachsten Fall nur eine einzige Zutat: Haselnüsse.
Rösten Sie die geschälten Haselnüsse leicht an und lassen Sie sie etwas abkühlen.
Danach werden sie in einem leistungsfähigen Mixer oder einer geeigneten Küchenmaschine verarbeitet.
Zunächst entsteht ein grobes Nussmehl. Bei weiterem Mixen tritt Öl aus, und die Masse wird zunehmend cremig.
Je nach Gerät sind mehrere Pausen notwendig, damit der Motor nicht überhitzt.
Das fertige Haselnussmus eignet sich für Brotaufstriche, Desserts, Soßen und zum Backen.
17. Schokoladen-Haselnuss-Creme ohne Palmöl
Aus selbst gemachtem Haselnussmus lässt sich ein Schokoaufstrich herstellen.
Zutaten
- 200 g geröstete Haselnüsse
- 80 g geschmolzene Schokolade
- 1 bis 2 EL Kakaopulver
- Etwas Puderzucker nach Geschmack
- Eine Prise Salz
Zubereitung
Verarbeiten Sie die Haselnüsse zu einem möglichst feinen Mus.
Rühren Sie die geschmolzene Schokolade, das Kakaopulver, den Zucker und das Salz unter.
Je nach gewünschter Konsistenz kann etwas geeignetes Pflanzenöl ergänzt werden.
Füllen Sie die Creme in ein sauberes Glas und bewahren Sie sie kühl auf. Da es sich um eine selbst hergestellte Creme ohne geprüfte Haltbarmachung handelt, sollte sie zeitnah verbraucht werden.
18. Walnusspesto: Eine regionale Alternative zu Pinienkernen
Klassisches Pesto wird häufig mit Pinienkernen hergestellt. Walnüsse eignen sich jedoch ebenfalls hervorragend.
Zutaten
- 80 g Walnusskerne
- 1 Bund Basilikum oder Petersilie
- 50 g geriebener Hartkäse
- 1 Knoblauchzehe
- Etwa 100 ml Olivenöl
- Salz und Pfeffer
Zubereitung
Walnüsse, Kräuter, Knoblauch und Käse grob zerkleinern.
Das Öl nach und nach zugeben und alles zu einem Pesto verarbeiten.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Das Pesto passt zu Pasta, Ofengemüse und frischem Brot.
Wichtig: Selbst gemachtes Pesto mit frischen Kräutern und Knoblauch in Öl gehört sofort in den Kühlschrank und sollte innerhalb weniger Tage verbraucht oder direkt eingefroren werden. Es ist kein ungekühlt haltbares Konservenprodukt.
19. Walnussbrot backen
Walnüsse verleihen Brot einen kräftigen, leicht herben Geschmack und sorgen für eine interessante Struktur.
Besonders gut passen sie zu Roggen-, Dinkel- und Weizenmischbroten.
Für ein einfaches Walnussbrot können ungefähr 100 bis 150 g grob gehackte Walnüsse auf 500 g Mehl verwendet werden.
Die Nüsse werden gegen Ende des Knetens unter den Brotteig gearbeitet.
Walnussbrot schmeckt besonders gut mit Käse, Quark, Honig oder herzhaften Brotaufstrichen.
20. Haselnusskuchen
Haselnüsse gehören zu den klassischen Zutaten der deutschen Backküche.
Gemahlene Haselnüsse können einen Teil des Mehls ersetzen und sorgen für einen besonders aromatischen Kuchen.
Gut dazu passen Schokolade, Zimt, Vanille, Äpfel und Birnen.
Auch für Nusszopf, Nussecken und Plätzchen sind Haselnüsse hervorragend geeignet.
21. Walnuss-Apfel-Kuchen
Wenn Walnüsse reif werden, beginnt vielerorts gleichzeitig die Apfelernte.
Beide Produkte lassen sich hervorragend miteinander kombinieren.
Ein klassischer Rührteig wird mit Apfelstücken, gehackten Walnüssen und etwas Zimt ergänzt.
Durch die Äpfel bleibt der Kuchen saftig, während die Walnüsse für einen kräftigen Geschmack sorgen.
Eine schöne Möglichkeit, gleich zwei regionale Herbstprodukte zu verwenden.
22. Nussgranola für das Frühstück
Walnüsse und Haselnüsse eignen sich hervorragend für selbst gemachtes Granola.
Mischen Sie Haferflocken mit gehackten Nüssen, etwas Öl und einer kleinen Menge Honig oder Ahornsirup.
Verteilen Sie die Mischung auf einem Backblech und rösten Sie sie bei moderater Temperatur unter gelegentlichem Wenden.
Nach dem vollständigen Abkühlen kann das Granola in ein sauberes, trockenes Vorratsglas gefüllt werden.
23. Nüsse im Müsli und Porridge
Die einfachste Verwendung ist häufig die beste.
Einige gehackte Walnüsse oder Haselnüsse passen hervorragend zu Haferflocken, Joghurt, Quark und Porridge.
Zusammen mit Äpfeln, Birnen oder Pflaumen entsteht ein saisonales Frühstück.
24. Walnüsse im Herbstsalat
Walnüsse bringen Biss und Aroma in Salate.
Besonders gut harmonieren sie mit:
- Feldsalat
- Roter Bete
- Birnen
- Äpfeln
- Ziegenkäse
- Feta
- Honig-Senf-Dressing
Gerade die Kombination aus Feldsalat, Birne, Walnüssen und Käse ist ein klassisches Herbstgericht.
25. Walnüsse zu Ofenkürbis
Kürbis und Walnüsse sind ein hervorragendes Paar.
Ofenkürbis besitzt eine natürliche Süße, die wunderbar mit dem kräftigen Aroma gerösteter Walnüsse harmoniert.
Mit Feta, Thymian und etwas Honig entsteht daraus eine einfache herbstliche Mahlzeit.
Wer weitere Ideen für die Kürbisküche sucht, findet auf DirektvomHof.com auch unseren großen Ratgeber zum Thema „Was kann man alles mit Kürbissen machen?“.
26. Walnüsse als Kruste für Fleisch und Fisch
Gehackte Walnüsse lassen sich mit Kräutern, Semmelbröseln und etwas Butter zu einer aromatischen Kruste verarbeiten.
Diese passt beispielsweise zu gebackenem Fisch, Geflügel oder Schweinefilet.
Auch vegetarische Ofengerichte lassen sich damit verfeinern.
27. Haselnüsse zu Gemüse
Geröstete Haselnüsse passen nicht nur zu süßen Speisen.
Grob gehackt harmonieren sie hervorragend mit Rosenkohl, Karotten, Blumenkohl und Kürbis.
Besonders interessant ist die Kombination mit etwas brauner Butter und frischen Kräutern.
28. Esskastanien als Gemüsebeilage
Gekochte oder geröstete Esskastanien können als eigenständige Beilage serviert werden.
Sie passen beispielsweise zu Wildgerichten, Geflügel, Pilzen und Rosenkohl.
Durch ihre leicht süßliche, stärkehaltige Konsistenz erinnern sie geschmacklich entfernt an eine Mischung aus Kartoffel und Nuss.

29. Maronencremesuppe
Esskastanien lassen sich hervorragend zu einer cremigen Suppe verarbeiten.
Zutaten für vier Portionen
- 400 g gegarte und geschälte Esskastanien
- 1 Zwiebel
- 1 kleine Kartoffel
- 750 ml Gemüsebrühe
- 100 ml Sahne
- Etwas Butter oder Öl
- Salz, Pfeffer und Muskat
Zubereitung
Zwiebel fein würfeln und in etwas Butter oder Öl anschwitzen.
Die gewürfelte Kartoffel, die Esskastanien und die Gemüsebrühe hinzufügen.
Alles köcheln lassen, bis die Kartoffel weich ist.
Die Suppe fein pürieren, Sahne hinzufügen und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
30. Maronenpüree
Gegarte Esskastanien lassen sich ähnlich wie Kartoffeln pürieren.
Mit etwas Milch, Butter und Muskat entsteht eine besondere Beilage für herbstliche Gerichte.
Für eine süße Variante können die Kastanien stattdessen mit Milch, Vanille und etwas Zucker verarbeitet werden.
31. Esskastanien als Füllung
Esskastanien sind eine klassische Zutat für herzhafte Füllungen.
Besonders bekannt ist die Kombination mit Geflügel, Äpfeln, Zwiebeln und Kräutern.
Auch vegetarische Füllungen mit Pilzen, Brot und Esskastanien sind möglich.
32. Maronenmehl zum Backen
Getrocknete Esskastanien können zu Mehl vermahlen werden.
Maronenmehl besitzt ein leicht süßliches Aroma und eignet sich für Pfannkuchen, Kuchen und bestimmte Brotteige.
Da es kein Gluten enthält, verhält es sich beim Backen anders als Weizen- oder Dinkelmehl.
Für klassische Hefebrote wird es daher häufig mit glutenhaltigem Mehl kombiniert.
33. Nussbutter aus Walnüssen
Neben Haselnüssen lassen sich auch Walnüsse zu einem streichfähigen Mus verarbeiten.
Wegen ihres kräftigen Aromas passt Walnussmus besonders gut zu herzhaften Aufstrichen und Soßen.
Auch in Kombination mit Honig oder Kakao entstehen interessante Varianten.
34. Nüsse als Topping für Desserts
Gehackte Nüsse passen zu zahlreichen Süßspeisen.
Besonders gut eignen sie sich für:
- Vanilleeis
- Milchreis
- Grießbrei
- Apfelkompott
- Birnendesserts
- Joghurt
- Quarkspeisen
- Schokoladenmousse
Leicht geröstete oder karamellisierte Nüsse verleihen den Desserts zusätzliche Aromen.
35. Nüsse für selbst gemachte Energieriegel
Walnüsse und Haselnüsse lassen sich mit Haferflocken, Trockenfrüchten und weiteren Zutaten zu selbst gemachten Riegeln verarbeiten.
Eine einfache Variante besteht aus zerkleinerten Datteln, gehackten Nüssen und Haferflocken.
Die Masse wird in eine Form gedrückt, gekühlt und anschließend in Riegel geschnitten.
Solche Riegel liefern viel Energie und eignen sich beispielsweise als Snack für unterwegs.
36. Walnussöl und Haselnussöl
Aus Walnüssen und Haselnüssen lassen sich hochwertige Speiseöle gewinnen.
Walnussöl besitzt ein charakteristisches Aroma und eignet sich besonders für kalte Speisen und Salate.
Haselnussöl ist ebenfalls aromatisch und kann sowohl herzhafte als auch süße Gerichte verfeinern.
Da empfindliche ungesättigte Fettsäuren enthalten sind, sollten die jeweiligen Herstellerhinweise zur Erhitzbarkeit beachtet werden.
Gerade kleine Ölmühlen und regionale Produzenten können interessante Bezugsquellen sein.
37. Nusslikör und traditionelle Spezialitäten
In verschiedenen Regionen Europas werden grüne, noch unreife Walnüsse traditionell zur Herstellung von Nusslikör verwendet.
Bekannt sind beispielsweise italienischer Nocino und ähnliche regionale Spezialitäten.
Die unreifen Früchte werden dafür zu einem bestimmten Entwicklungszeitpunkt geerntet und mit Alkohol, Zucker und Gewürzen angesetzt.
Da die Herstellung alkoholischer Getränke besondere Sorgfalt erfordert und nicht für jeden geeignet ist, beschränken wir uns hier auf den Hinweis auf diese traditionelle Verwendung.
38. Walnussschalen als Dekorationsmaterial
Auch leere Walnussschalen können verwendet werden.
Saubere, vollständig getrocknete Schalenhälften eignen sich beispielsweise für kleine Bastelarbeiten, Tischdekorationen und Weihnachtsanhänger.
Gerade in der Adventszeit sind kleine Dekorationen aus Naturmaterialien beliebt.
39. Nussschalen im Garten verwenden
Kleine Mengen unbehandelter Nussschalen können je nach Material und örtlichen Entsorgungsregeln kompostiert werden.
Allerdings verrotten harte Walnussschalen sehr langsam.
Deshalb sollten größere Mengen nicht einfach in einen kleinen Komposter gegeben werden.
Walnussblätter und grüne Fruchthüllen enthalten außerdem verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe. Bei der Kompostierung größerer Mengen ist daher Zurückhaltung sinnvoll.
Für eine schnelle Kompostierung eignen sich Nussschalen insgesamt weniger gut als weiche pflanzliche Küchenabfälle.
40. Nüsse als Saatgut für den eigenen Garten
Aus geeigneten, keimfähigen Nüssen lassen sich neue Gehölze heranziehen.
Walnüsse und Haselnüsse benötigen für die Keimung häufig eine längere Kältephase beziehungsweise geeignete Stratifikationsbedingungen.
Allerdings sollte man bedenken, dass aus Samen gezogene Bäume nicht unbedingt dieselben Eigenschaften besitzen wie die Mutterpflanze.
Wer einen Walnussbaum mit zuverlässig guten Früchten pflanzen möchte, ist mit einer geeigneten veredelten Sorte häufig besser beraten.
Auch der Platzbedarf ist wichtig: Ein ausgewachsener Walnussbaum kann sehr groß werden.
41. Nüsse und die Tierwelt
Haselnüsse und Walnüsse sind nicht nur für Menschen interessant.
Auch verschiedene Wildtiere nutzen sie als Nahrung.
Besonders bekannt sind Eichhörnchen, die Nüsse sammeln und teilweise als Wintervorrat verstecken.
Auch bestimmte Vogelarten und Kleinsäuger können Nüsse nutzen.
Wer im eigenen Garten Haselsträucher oder geeignete Nussbäume pflanzt, schafft damit potenziell zusätzliche Nahrungsquellen für Wildtiere.
Allerdings sollten keine gewürzten, gesalzenen, schimmeligen oder anderweitig verdorbenen Nüsse an Tiere verfüttert werden.
42. Wie gesund sind Walnüsse, Haselnüsse und Esskastanien?
Alle drei Arten liefern wertvolle Nährstoffe, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrer Zusammensetzung.
Walnüsse
Walnüsse enthalten viel Fett, überwiegend ungesättigte Fettsäuren. Besonders hervorzuheben ist ihr Gehalt an pflanzlicher Alpha-Linolensäure.
Daneben liefern sie unter anderem Eiweiß, Ballaststoffe und Mineralstoffe.
Haselnüsse
Haselnüsse sind reich an Fett, insbesondere einfach ungesättigten Fettsäuren.
Sie enthalten außerdem Vitamin E und weitere Nährstoffe.
Esskastanien
Esskastanien besitzen im Vergleich zu Walnüssen und Haselnüssen einen wesentlich geringeren Fettgehalt.
Dafür liefern sie deutlich mehr Stärke und damit Kohlenhydrate.
Frische Esskastanien enthalten zudem Wasser und Ballaststoffe.
Nährwerte im Vergleich
Die folgenden Angaben sind ungefähre Orientierungswerte je 100 Gramm essbarem Anteil. Die tatsächlichen Werte schwanken je nach Sorte, Herkunft und Verarbeitung.
| Nährwert | Walnüsse | Haselnüsse | Esskastanien |
|---|---|---|---|
| Energie | ca. 650 kcal | ca. 630 kcal | ca. 190–220 kcal |
| Fett | ca. 65 g | ca. 61 g | ca. 2–3 g |
| Eiweiß | ca. 15 g | ca. 15 g | ca. 2–4 g |
| Kohlenhydrate | ca. 7–14 g | ca. 7–17 g | ca. 35–45 g |
Bei Kohlenhydratangaben ist zu beachten, dass Nährwertdatenbanken teilweise unterschiedliche Definitionen verwenden, insbesondere hinsichtlich der Einbeziehung von Ballaststoffen.
43. Wie viele Nüsse sollte man täglich essen?
Für Walnüsse und Haselnüsse wird häufig eine kleine Handvoll als praktische Portionsgröße empfohlen.
Als Orientierung gelten ungefähr 25 bis 30 Gramm ungesalzene Nüsse.
Sie lassen sich gut in eine abwechslungsreiche Ernährung integrieren, sollten aber aufgrund ihres hohen Energiegehalts bei der gesamten Energiezufuhr berücksichtigt werden.
Esskastanien unterscheiden sich in ihrer Nährstoffzusammensetzung deutlich und können eher als stärkehaltige Beilage betrachtet werden.
44. Nussallergien: Was ist zu beachten?
Walnüsse und Haselnüsse können allergische Reaktionen auslösen.
Insbesondere Haselnüsse sind auch im Zusammenhang mit Kreuzreaktionen bei Birkenpollenallergie bekannt.
Die Beschwerden reichen von leichten Reaktionen im Mundraum bis zu schweren allergischen Reaktionen.
Menschen mit einer bekannten Nussallergie sollten die jeweils betroffenen Nüsse meiden und ärztliche Empfehlungen beachten.
Auch bei selbst hergestellten Lebensmitteln, die verschenkt oder verkauft werden, ist auf eine korrekte Kennzeichnung allergener Zutaten zu achten.
45. Können kleine Kinder ganze Nüsse essen?
Ganze Nüsse stellen für kleine Kinder ein relevantes Verschluckungs- und Erstickungsrisiko dar.
Deshalb sollten insbesondere Kinder unter fünf Jahren keine ganzen Nüsse oder größeren harten Nussstücke erhalten.
Fein gemahlene Nüsse oder dünn verstrichenes Nussmus können altersgerecht unter bestimmten Voraussetzungen eine Alternative sein, sofern keine Allergie besteht und die Konsistenz geeignet ist.
46. Warum sind regionale Nüsse interessant?
Deutschland importiert einen erheblichen Teil der hier verzehrten Nüsse.
Gerade Haselnüsse stammen im Handel häufig aus großen internationalen Anbaugebieten. Auch Walnüsse werden in erheblichem Umfang importiert.
Regional erzeugte Nüsse können eine interessante Ergänzung sein.
Wer direkt beim Erzeuger kauft, kann häufig mehr über Sorte, Erntezeitpunkt, Trocknung und Lagerung erfahren.
Kurze Transportwege können zudem ein Vorteil sein. Für die tatsächliche Umweltbilanz spielen allerdings auch Anbaumethode, Ertrag, Verarbeitung, Lagerung und Transportmittel eine Rolle.
Regional bedeutet deshalb nicht automatisch in jedem Einzelfall klimafreundlicher, ermöglicht aber häufig mehr Transparenz über Herkunft und Erzeugung.
47. Lohnt sich ein eigener Walnussbaum?
Ein Walnussbaum kann über viele Jahrzehnte Früchte liefern.
Allerdings benötigt er ausreichend Platz und einen geeigneten Standort.
Je nach Sorte können Walnussbäume sehr große Kronen entwickeln.
Auch die Zeit bis zum ersten nennenswerten Ertrag ist zu berücksichtigen. Veredelte Sorten tragen häufig früher als aus Samen gezogene Bäume.
Wer wenig Platz hat, sollte sich gezielt über schwächer wachsende Sorten informieren und den langfristigen Platzbedarf berücksichtigen.
48. Haselnüsse im eigenen Garten anbauen
Haselsträucher sind für viele Gärten eine interessante Alternative zum großen Walnussbaum.
Sie können als Einzelsträucher oder Bestandteil einer naturnahen Hecke gepflanzt werden.
Für einen guten Fruchtansatz kann es sinnvoll sein, mehrere genetisch unterschiedliche und zueinander passende Sorten anzubauen.
Auch der Standort spielt eine Rolle. Ausreichend Licht und eine gute Wasserversorgung fördern die Entwicklung.
Allerdings können Haselnussbohrer, Eichhörnchen und andere Tiere einen Teil der Ernte beanspruchen.
49. Esskastanien im eigenen Garten
Auch Edelkastanien können in Deutschland angebaut werden.
Sie bevorzugen geeignete, eher wärmere Standorte und vertragen stark kalkhaltige Böden häufig schlecht.
Da viele Sorten für einen guten Fruchtansatz einen passenden Befruchtungspartner benötigen, sollte die Sortenwahl sorgfältig erfolgen.
Außerdem können Edelkastanien stattliche Bäume werden.
Vor der Pflanzung empfiehlt sich daher eine Beratung in einer auf Obst- oder Nussgehölze spezialisierten Baumschule.
50. Was tun mit einer besonders großen Nussernte?
In manchen Jahren tragen Walnuss- und Haselbäume so reichlich, dass die Ernte den eigenen Bedarf deutlich übersteigt.
Dann ist eine gute Planung sinnvoll.
Zunächst sollten alle Nüsse sorgfältig sortiert und fachgerecht getrocknet werden.
Anschließend bieten sich verschiedene Möglichkeiten an:
- Ein Teil bleibt in der Schale für die spätere Verwendung.
- Ein Teil wird geknackt und portionsweise eingefroren.
- Ein Teil wird zu Nussmus verarbeitet.
- Ein Teil wird zum Backen verwendet.
- Ein Teil kann an Freunde oder Nachbarn verschenkt werden.
- Bei größeren Mengen kann eine geeignete regionale Verarbeitungsmöglichkeit interessant sein.
Auch eine regionale Ölmühle kann unter Umständen eine Anlaufstelle sein, sofern sie die Verarbeitung mitgebrachter Nüsse anbietet und entsprechende Qualitätsanforderungen erfüllt.
51. Die häufigsten Fehler beim Sammeln und Lagern von Nüssen
Viele Probleme entstehen nicht erst nach Monaten, sondern bereits unmittelbar nach der Ernte.
Fehler 1: Nüsse zu lange auf feuchtem Boden liegen lassen
Feuchtigkeit begünstigt Verderb. Deshalb sollten reife, heruntergefallene Nüsse regelmäßig aufgesammelt werden.
Fehler 2: Beschädigte Nüsse nicht aussortieren
Fraßschäden, Risse und Schimmel können die Qualität beeinträchtigen.
Fehler 3: Frische Nüsse sofort luftdicht verpacken
Solange die Nüsse noch zu feucht sind, kann sich in geschlossenen Behältern Schimmel entwickeln.
Fehler 4: Nüsse in feuchten Kellern lagern
Eine kühle Lagerung ist nur dann günstig, wenn die Umgebung auch ausreichend trocken ist.
Fehler 5: Geschälte Nüsse offen stehen lassen
Durch Sauerstoff, Licht und Wärme können die enthaltenen Fette schneller oxidieren.
Fehler 6: Schimmelige Nüsse trotzdem verwenden
Schimmel kann gesundheitsschädliche Stoffwechselprodukte bilden. Verdächtige Nüsse gehören nicht auf den Teller.
Fehler 7: Esskastanien wie trockene Walnüsse lagern
Frische Esskastanien enthalten wesentlich mehr Feuchtigkeit und verderben schneller.
52. Häufige Fragen zu heimischen Nüssen
Wann kann man Walnüsse sammeln?
In Deutschland werden Walnüsse meist zwischen September und Oktober reif. Ein gutes Zeichen ist, wenn die äußere grüne Hülle aufplatzt und die Nüsse von selbst zu Boden fallen.
Wann sind Haselnüsse reif?
Viele Haselnüsse reifen im September. Je nach Sorte, Standort und Witterung kann die Ernte bereits im August beginnen oder bis in den Oktober dauern.
Wann kann man Esskastanien sammeln?
Die Hauptsaison liegt in Deutschland meist im Oktober. Die Früchte sind reif, wenn sich die stacheligen Hüllen öffnen und die Kastanien herausfallen.
Kann man frisch gesammelte Walnüsse sofort essen?
Frische, einwandfreie Walnusskerne können grundsätzlich gegessen werden. Für eine längere Lagerung müssen Walnüsse jedoch ausreichend getrocknet werden.
Wie trocknet man Walnüsse am besten?
Walnüsse sollten nach dem Aussortieren und Reinigen einlagig an einem trockenen, gut belüfteten Ort ausgebreitet werden. Die Trocknung kann mehrere Wochen dauern.
Wie lange halten selbst gesammelte Walnüsse?
Gut getrocknete Walnüsse in intakter Schale können unter geeigneten Bedingungen mehrere Monate haltbar bleiben. Entscheidend sind insbesondere Feuchtigkeit, Temperatur und der Zustand der Nüsse.
Kann man Walnüsse einfrieren?
Ja. Besonders geschälte Walnusskerne lassen sich gut portionsweise einfrieren. Dadurch kann die Qualität länger erhalten bleiben.
Kann man Haselnüsse roh essen?
Einwandfreie, reife Haselnüsse können roh gegessen werden. Durch Rösten entwickeln sie jedoch ein intensiveres Aroma.
Sind Maronen und Esskastanien dasselbe?
Maronen sind bestimmte Esskastanientypen beziehungsweise eine im Handel übliche Bezeichnung für hochwertige Esskastanien. Beide stammen von der Edelkastanie.
Kann man Rosskastanien essen?
Nein. Die gewöhnliche Rosskastanie ist nicht zum Verzehr geeignet und kann Vergiftungserscheinungen verursachen.
Warum schmecken manche Walnüsse bitter?
Walnüsse können durch ihre natürlichen Inhaltsstoffe eine leicht herbe Note besitzen. Ein deutlich ranziger, muffiger oder ungewöhnlich unangenehmer Geschmack kann dagegen auf Qualitätsprobleme hindeuten. Verdächtige Nüsse sollten nicht weitergegessen werden.
Sind regionale Nüsse immer besser?
Regionale Nüsse bieten häufig Vorteile bei Transparenz und Herkunft. Ihre Qualität hängt aber ebenso wie bei Importware von Anbau, Ernte, Trocknung und Lagerung ab.
Welche Nüsse sind besonders reich an Omega-3-Fettsäuren?
Walnüsse sind unter den verbreiteten Nussarten eine besonders interessante pflanzliche Quelle für Alpha-Linolensäure, eine Omega-3-Fettsäure.
Kann man Nussschalen kompostieren?
Unbehandelte Nussschalen können grundsätzlich kompostiert werden, verrotten aber oft sehr langsam. Kleine, zerkleinerte Mengen sind dafür besser geeignet als große Mengen ganzer Schalen.
Wo kann man Walnüsse aus Deutschland kaufen?
Regionale Walnüsse werden unter anderem von einzelnen Obstbaubetrieben, landwirtschaftlichen Direktvermarktern, Hofläden und spezialisierten Nussanbaubetrieben angeboten. Die Verfügbarkeit ist saisonal und regional unterschiedlich.
53. Heimische Nüsse und andere Herbstprodukte kombinieren
Besonders interessant wird die Herbstküche, wenn mehrere saisonale Produkte miteinander kombiniert werden.
Walnüsse passen zu Kürbis, Birnen, Äpfeln und Roter Bete. Haselnüsse harmonieren mit Rosenkohl, Schokolade und herbstlichen Desserts. Esskastanien lassen sich hervorragend mit Pilzen, Kartoffeln und Wildgerichten kombinieren.
Damit ergänzen heimische Nüsse gleich zwei andere wichtige Herbstthemen: die Pilzsaison und die Kürbisernte.
Wer die regionale Herbstküche entdecken möchte, findet auf DirektvomHof.com weitere Informationen zu saisonalen Lebensmitteln, landwirtschaftlichen Erzeugern und Hofläden.
54. Warum wir heimische Nüsse wiederentdecken sollten
Walnüsse, Haselnüsse und Esskastanien zeigen, dass regionale Lebensmittel nicht zwangsläufig aufwendig verarbeitet oder besonders exotisch sein müssen.
Oft liegen interessante Produkte buchstäblich vor unserer Haustür.
Ein alter Walnussbaum auf einem Bauernhof, eine Haselhecke am Feldrand oder ein Edelkastanienbestand in einer wärmeren Region können wertvolle Früchte liefern.
Doch die Ernte allein genügt nicht. Wer Nüsse sammelt, muss auch wissen, wie man sie richtig behandelt.
Insbesondere das sorgfältige Trocknen und Lagern entscheidet darüber, ob die Früchte über längere Zeit genießbar bleiben.
Gleichzeitig eröffnen Nüsse eine erstaunliche kulinarische Vielfalt – von einfachen Snacks bis zu aufwendigen Gerichten.
Fazit: Der Herbst steckt voller Nüsse – und voller Möglichkeiten
Während Pilze und Kürbisse im Herbst häufig im Mittelpunkt stehen, werden Walnüsse, Haselnüsse und Esskastanien leicht übersehen.
Zu Unrecht.
Heimische Nüsse gehören zu den vielseitigsten saisonalen Lebensmitteln. Sie können roh oder geröstet gegessen, zu Brot und Kuchen verarbeitet, in herzhaften Gerichten eingesetzt oder zu Mus, Pesto und anderen Spezialitäten verarbeitet werden.
Walnüsse und Haselnüsse lassen sich bei richtiger Trocknung über längere Zeit aufbewahren. Esskastanien bieten wiederum ganz andere Möglichkeiten und sind eine interessante Alternative zu klassischen stärkehaltigen Beilagen.
Wer selbst sammelt, sollte die Pflanzen sicher bestimmen, Eigentumsrechte respektieren und besonders auf die Qualität der Früchte achten.
Und wer keinen eigenen Walnussbaum oder Haselstrauch besitzt, kann sich bei regionalen Erzeugern und Hofläden nach heimischen Nüssen erkundigen.
Vielleicht entdecken Sie dabei nicht nur eine neue Lieblingszutat, sondern auch einen landwirtschaftlichen Betrieb ganz in Ihrer Nähe.
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