
Ein gutes Stück Fleisch vom Bauern nebenan, Kartoffeln direkt vom Feld, frische Eier aus dem Hofladen und Gemüse aus regionalem Anbau: Wer bewusst einkauft, achtet häufig sehr genau darauf, wo seine Lebensmittel herkommen. Doch spätestens in der heimischen Küche kommt eine weitere entscheidende Zutat hinzu – die richtige Würze.
Genau hier wird es interessant. Denn hochwertige Lebensmittel benötigen nicht zwangsläufig komplizierte Rezepte. Oft reichen einige ausgewählte Kräuter und Gewürze, um aus einfachen regionalen Zutaten ein hervorragendes Gericht zu machen.
Eine Marke, die das Thema Gewürze in Deutschland besonders sichtbar gemacht hat, ist Ankerkraut. Das Hamburger Unternehmen hat es geschafft, Gewürze aus der eher unscheinbaren Ecke des Supermarktregals herauszuholen und als eigenständiges Genussprodukt zu positionieren.
Doch wie gut passt Ankerkraut eigentlich zur Idee hinter DirektvomHof.com?
Vom Hamburger Start-up zur bekannten Gewürzmarke
Ankerkraut wurde 2013 in Hamburg von Anne und Stefan Lemcke gegründet. Aus dem damaligen Start-up entwickelte sich innerhalb weniger Jahre eine der bekanntesten deutschen Marken für Gewürze und Gewürzmischungen.
Das Sortiment umfasst heute mehrere hundert Produkte. Neben klassischen Einzelgewürzen finden sich zahlreiche Gewürzmischungen für Fleisch, Gemüse, Kartoffeln, Grillgerichte und viele weitere Gerichte.
Die Produkte werden in Hamburg hergestellt beziehungsweise abgefüllt. Dabei sollte allerdings zwischen Produktionsort und Herkunft der Zutaten unterschieden werden. Gewürze wie Pfeffer, Zimt oder bestimmte Kräuter und Gewürzpflanzen können naturgemäß aus unterschiedlichen Ländern stammen.
Gerade für Verbraucher, die großen Wert auf Regionalität legen, ist diese Unterscheidung wichtig.
Was Ankerkraut mit dem Hofladen verbindet
Auf den ersten Blick könnten die Welten kaum unterschiedlicher erscheinen.
Auf der einen Seite steht der landwirtschaftliche Betrieb, der Kartoffeln, Eier, Fleisch, Milch oder Gemüse direkt verkauft. Auf der anderen Seite steht eine deutschlandweit bekannte Gewürzmarke mit Onlinehandel und Präsenz im Lebensmitteleinzelhandel.
Beim zweiten Blick gibt es jedoch eine interessante Gemeinsamkeit: Lebensmittel werden wieder stärker als etwas Besonderes wahrgenommen.
Vor allem ergänzen sich beide Welten hervorragend.
Wer beispielsweise hochwertiges Rindfleisch direkt beim Erzeuger kauft, benötigt anschließend keine komplizierte Zutatenliste. Salz, Pfeffer und einige passende Kräuter können vollkommen ausreichen.
Dasselbe gilt für viele typische Produkte aus dem Hofladen:
- Kartoffeln lassen sich mit Kräutern, Knoblauch oder Gewürzsalz verfeinern.
- Frische Eier werden mit wenigen Kräutern zum Bauernfrühstück oder Omelett.
- Kürbis harmoniert hervorragend mit Curry, Chili oder orientalischen Gewürzen.
- Rind- und Schweinefleisch eignen sich für kräftige Rubs und Gewürzmischungen.
- Geflügel lässt sich mit Paprika, Kräutern und Knoblauch abwechslungsreich zubereiten.
- Frisches Hofgemüse kann mit unterschiedlichen Gewürzen immer wieder völlig anders schmecken.
Das Grundprodukt liefert der Hof – die Gewürze liefern zusätzliche Ideen für die Küche.
Eine ungewöhnliche Unternehmensgeschichte
Interessant ist auch die Geschichte hinter Ankerkraut.
2022 übernahm Nestlé die Mehrheit an dem Hamburger Unternehmen. Die Entscheidung sorgte damals für erhebliche Diskussionen. Ankerkraut war zuvor stark mit Gründergeist, Unabhängigkeit und Start-up-Kultur verbunden worden.
Der Einstieg eines der weltweit größten Lebensmittelkonzerne wurde deshalb von Teilen der bisherigen Kundschaft kritisch aufgenommen.
2026 folgte eine bemerkenswerte Entwicklung: Nestlé und die Gründer Anne und Stefan Lemcke vereinbarten die Rückübertragung der Ankerkraut-Anteile an die Gründer.
Damit bekommt die Geschichte eine interessante Wendung.
Sie zeigt gleichzeitig, wie wichtig vielen Verbrauchern inzwischen die Frage geworden ist:
Wer steckt eigentlich hinter den Lebensmitteln und Marken, die wir kaufen?
Genau diese Frage ist auch einer der Gründe, weshalb der Einkauf direkt beim Erzeuger wieder an Bedeutung gewinnt.
Regional hergestellt bedeutet nicht automatisch regionale Zutaten
Bei Gewürzen gibt es einen Punkt, der für regional orientierte Verbraucher besonders wichtig ist.
Ankerkraut produziert beziehungsweise verarbeitet und füllt seine Gewürzprodukte in Hamburg ab. Das bedeutet jedoch nicht, dass sämtliche verwendeten Gewürze aus Deutschland stammen.
Das wäre bei einem umfangreichen Gewürzsortiment auch kaum möglich.
Pfeffer, Vanille, Zimt und zahlreiche andere Gewürze wachsen aufgrund der klimatischen Bedingungen überwiegend außerhalb Deutschlands.
Für Verbraucher bedeutet das:
„Hergestellt in Deutschland“ und „Zutaten aus Deutschland“ sind zwei unterschiedliche Aussagen.
Das ist keineswegs automatisch negativ. Schließlich gehört der internationale Gewürzhandel seit Jahrhunderten zu unserer Esskultur.
Wer regional einkaufen möchte, sollte lediglich wissen, wo die Grenzen der Regionalität liegen.
Warum Gewürze hervorragend zu regionalen Lebensmitteln passen
Wer hochwertige Grundprodukte kauft, braucht häufig erstaunlich wenige weitere Zutaten.
Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Kartoffeln direkt vom Bauern.
Daraus lassen sich Bratkartoffeln, Ofenkartoffeln, Kartoffelspalten, Kartoffelsuppe oder ein Kartoffelgratin zubereiten. Schon durch unterschiedliche Gewürze entsteht aus demselben regionalen Grundprodukt jedes Mal ein anderes Gericht.
Das kann sogar dabei helfen, regionaler und saisonaler einzukaufen.
Statt im Winter ständig Gemüse aus aller Welt zu kaufen, können beispielsweise heimische Kartoffeln, Kohl, Möhren, Rote Bete oder Kürbis durch unterschiedliche Gewürzrichtungen immer wieder neu interpretiert werden.
Gewürze sind damit gewissermaßen ein Werkzeug, um aus einem überschaubaren saisonalen Angebot regionaler Lebensmittel eine erstaunlich abwechslungsreiche Küche zu machen.
Ankerkraut als Zusatzsortiment für Hofläden?
Auch für Hofladenbetreiber kann das Thema interessant sein.
Viele Hofläden verkaufen längst nicht ausschließlich eigene Erzeugnisse. Ergänzende Produkte anderer Hersteller gehören insbesondere bei größeren Hofläden häufig zum Sortiment.
Gewürze können dabei sinnvoll sein, weil sie unmittelbar zu den angebotenen Lebensmitteln passen.
Wer beispielsweise Grillfleisch verkauft, kann dazu passende BBQ-Gewürze anbieten. Neben Kartoffeln können Gewürzmischungen für Brat- oder Ofenkartoffeln stehen. Zu Kürbis passen Curry- und Gemüsegewürze.
So entstehen kleine thematische Kombinationen:
Produkt vom Hof + passende Zubereitungsidee + Gewürz.
Ankerkraut bietet auch Möglichkeiten für Händler an. Für einen Hofladen muss es selbstverständlich nicht zwingend eine bekannte Marke sein. Auch kleinere und regionale Gewürzmanufakturen können hervorragende Partner darstellen.
Der grundsätzliche Gedanke bleibt derselbe:
Der Hofladen verkauft nicht nur Lebensmittel, sondern kann gleichzeitig Inspiration liefern, was daraus gekocht werden kann.
Die Chance für regionale Gewürzmanufakturen
Gerade hier lohnt sich der Blick über bekannte Marken hinaus.
Deutschland besitzt zahlreiche kleinere Gewürzhändler, Kräuterbetriebe und Manufakturen. Für Hofläden kann eine Zusammenarbeit mit einem Anbieter aus der eigenen Region besonders interessant sein.
Damit lässt sich die Idee der regionalen Wertschöpfung noch konsequenter fortsetzen.
Vielleicht befindet sich nur wenige Kilometer entfernt eine kleine Kräutermanufaktur. Vielleicht baut ein landwirtschaftlicher Betrieb selbst Kräuter an. Oder eine Gewürzmanufaktur entwickelt gemeinsam mit einem Hofladen eine individuelle Mischung.
Eine eigene Mischung wie beispielsweise „Hofladen-Bratkartoffelgewürz“ oder „Heide-Grillgewürz“ kann sogar zu einem Produkt werden, das Kunden gezielt mit dem jeweiligen Hof verbinden.
Gute Zutaten brauchen nicht viel Schnickschnack
Das passt zu einem Trend, der auch bei Hofläden deutlich zu beobachten ist: Viele Verbraucher möchten wieder besser verstehen, was eigentlich in ihren Lebensmitteln steckt.
Bei Gewürzmischungen lohnt sich deshalb grundsätzlich ein Blick auf die Zutatenliste.
Je nach Produkt können beispielsweise Salz, Zucker, Kräuter und Gewürze in sehr unterschiedlichen Mengen enthalten sein.
Wer es besonders puristisch mag, kann auf Einzelgewürze zurückgreifen und eigene Mischungen herstellen.
Das hat noch einen weiteren Vorteil: Die Würzung kann exakt an das jeweilige Lebensmittel angepasst werden.
Vom Hof auf den Grill
Besonders offensichtlich wird die Verbindung beim Grillen.
Steaks, Bratwürste, Geflügel, Kartoffeln, Mais, Zucchini oder anderes Gemüse können direkt vom regionalen Erzeuger stammen. Mit wenigen Gewürzen entstehen daraus komplette Grillgerichte.
Gerade hochwertiges Fleisch zeigt dabei, dass mehr Würzung nicht zwangsläufig besser ist.
Ein gutes Steak aus regionaler Haltung benötigt häufig nicht viel mehr als Salz und Pfeffer. Bei Schweinefleisch, Geflügel oder Gemüse können dagegen Rubs und Gewürzmischungen interessante zusätzliche Geschmacksrichtungen liefern.
Auch hier gilt deshalb:
Das Gewürz sollte das Lebensmittel unterstützen – und nicht überdecken.
Regional einkaufen und trotzdem international würzen?
Für uns ist das kein Widerspruch.
Regionaler Einkauf bedeutet nicht zwangsläufig, dass jede einzelne Zutat innerhalb eines bestimmten Kilometerradius produziert werden muss.
Bei Kartoffeln, Eiern, Fleisch, Milchprodukten, Honig oder saisonalem Obst und Gemüse gibt es hervorragende Möglichkeiten, direkt bei landwirtschaftlichen Betrieben einzukaufen.
Bei Pfeffer, Zimt oder anderen exotischen Gewürzen sieht das naturgemäß anders aus.
Entscheidend ist vielmehr, bewusst einzukaufen und nachvollziehen zu können, wo Lebensmittel herkommen.
Ein regional erzeugtes Stück Fleisch verliert schließlich nicht seinen Wert, nur weil darauf etwas Pfeffer aus einem anderen Teil der Welt landet.
Unser Fazit: Der Hof liefert die Basis – Gewürze machen daraus Vielfalt
Ankerkraut ist kein regionaler Direktvermarkter und die verwendeten Rohstoffe sind selbstverständlich nicht automatisch regional. Trotzdem passt die grundsätzliche Idee hochwertiger Gewürze erstaunlich gut zum Einkauf direkt beim Erzeuger.
Denn regionale Ernährung bedeutet nicht, dass sämtliche Zutaten eines Gerichtes im Umkreis von wenigen Kilometern wachsen müssen.
Viel wichtiger ist ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln.
Kartoffeln vom Bauern, Eier vom Hof, Honig vom Imker, Fleisch vom regionalen Erzeuger und Gemüse der Saison bilden eine hervorragende Grundlage. Gewürze aus Deutschland und der ganzen Welt sorgen anschließend dafür, dass daraus immer wieder neue Gerichte entstehen.
Vielleicht ist genau das eine zeitgemäße Form regionaler Küche: Das Beste aus der eigenen Region auf den Teller holen – und mit guten Gewürzen die Welt dazuholen.
Sie möchten Lebensmittel direkt bei landwirtschaftlichen Betrieben in Ihrer Umgebung kaufen? Auf DirektvomHof.com finden Sie Hofläden und Direktvermarkter aus ganz Deutschland.
Mehr über Ankerkraut und das aktuelle Sortiment erfahren Sie auf der Webseite von Ankerkraut.